Am Freitag, den 5. November 2010 stehen die Mädchen im Zentrum. Einen Tag lang können sie den Arbeitsalltag ihrer Mutter/ ihres Vaters/ ihres Onkels/ ihrer Cousine/ ... miterleben, den Betrieb besichtigen, die Kolleginnen und Kollegen, die Chefin oder den Chef kennen lernen und viel über Arbeits- und Ausbildungsplätze, Berufschancen, Verdienstmöglichkeiten erfahren. Und das Wichtigste: Die Mädchen können selbst erste praktische Erfahrungen sammeln.

Die Idee stammt aus den USA, wo seit 1993 am letzten Donnerstag im April traditionell der "Take Our Daughters To Work - Day" stattfindet. Mittlerweile wird der TöchterTag bzw. Girls´ Day in vielen Ländern mit großer Beteiligung durchgeführt.

Auch beim TöchterTag 2009, der erstmals steiermarkweit stattfand, war die Beteiligung enorm: Über 1.400 Mädchen haben an diesem Tag in über 1.100 steirischen Unternehmen ihre Eltern bei der Arbeit tatkräftig unterstützt, vorwiegend in handwerklich-technischen Berufsfeldern.

Zahlreiche Studien belegen, dass Mädchen in ihrer Kindheit eine ähnliche Bandbreite an Wunschberufen aufweisen wie Burschen und auch viele nicht-traditionell weibliche Berufswünsche haben. Je näher die tatsächliche Ausbildungswahl jedoch heranrückt, um so mehr schränken sich die Berufsvorstellungen der Mädchen auf „traditionell-weibliche“ ein. So entschieden sich im Jahr 2009 immer noch 61,56% der weiblichen Lehrstellensuchenden in der Steiermark bei einer Auswahl von über 300 Lehrberufen für einen von nur 6 der „traditionell weiblichen“ Lehrberufe im Handel, im Büro, als Friseurin oder im Gastgewerbe. (Quelle: WKO Steiermark) Damit schöpfen die Mädchen ihre Fähigkeiten nicht voll aus und verzichten auf gut bezahlte Arbeitsplätze. Und die Wirtschaft klagt darüber, dass Fachkräfte in technischen und innovativen Berufsfeldern fehlen. Um dieser Entwicklung entgegenzusteuern ist es wichtig, Mädchen so früh wie möglich zu ermutigen, eine größere Vielfalt an Ausbildungen in Betracht zu ziehen und die Eltern als wichtigste Ratgeber/innen bei der Berufswahl ihrer Kinder aktiv einzubeziehen.

Mädchen erhalten schon vor der Berufsentscheidung ein realistisches Bild von der Arbeitswelt und können Berufe abseits gängiger Rollenmuster kennen lernen.

Unternehmen lernen in zwangloser Atmosphäre Mädchen als potenzielle Mitarbeiterinnen kennen.

Eltern werden verstärkt in den Berufsfindungsprozess ihrer Töchter einbezogen.

Schulen knüpfen Kontakte zu Betrieben der Region und erhalten einen neuen attraktiven Baustein zur Berufsorientierung.

Burschen erweitern ihr Spektrum an Lebensentwürfen, indem sie sich in der Schule mit partnerschaftlicher Arbeitsteilung auseinandersetzen.

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